Fotobegriffe
- Barytpapier
- Das klassische Fotopapier der Schwarzweissfotografie auf der Basis lichtempfindlicher
Silberverbindungen. Es wurde 1867 erfunden.
- Auf einem Rohkarton ist eine dünne Schicht aus Baryt (=Bariumsulfat) aufgetragen,
die das Einsinken der lichtempfindlichen Emulsion (Silberverbindungen!) verhindert.
- Die Tiefe der Bildschwärze wird dadurch gesteigert, Licht- und Schattenpartien können
sehr differenziert wiedergegeben werden. Die Oberflächen der Barytpapiere können alle
Varianten von glänzend bis tiefmatt annehmen.
- Die Produktion von Barytpapier war zwischen 1970 und 1990 durch das neue PE-Papier
(siehe weiter unten!) gefährdet . Seit 1990 ist wieder eine stabile Versorgung sichergestellt.
- Baumwollpapier
- Aquarellpapier ist Baumwollpapier.
- Es gibt leicht-, mittel- oder stark geleimte Baumwollpapiere. Je schwächer das Papier geleimt ist
desto tiefer kann die aufgetragene lichtempfindliche Emulsion in das Papier einsinken.
- Stark eingesunkene Emulsionen haben zur Folge das das Bild gröber, unschärfer ausschaut
(Struktur des Papiers kann hinterher noch sichtbar sein!), weil das Bild durch die eingesunkene
Emulsion im Papier ist und nicht auf dem Papier.
- Beim Barytpapier ist das Bild auf dem Papier weil die Barytschicht (siehe: Barytpapier!) verhindert
das die lichtempfindliche Emulsion in das Papier einsinkt.
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- Großformatkamera
- Die Bezeichnung Großformat bezieht sich auf die Größe der verwendeten Negative.
Negativgrößen: 4x5inch (10,2x12,5cm), 5x7inch, 8x10inch. Negativgrößen bis 50x60cm und darüber
hinaus sind möglich. Die Kameras werden dann allerdings immer größer, schwerer und letztlich unhandlicher.
- Es gibt keine Filme sondern nur einzelne Negative, die man in Mengen von 25 oder 50 in einer Packung
erwerben kann. Diese Negative werden in sogenannte Negativhalter geladen
(immer zwei in einen Halter: Vor- und Rückseite!). Großformatkameras kennt man i.d.R. aus
alten Stummfilmen, sie sehen aus wie eine Ziehharmonika und der Fotograf hat ein schwarzes Tuch
über dem Kopf wenn er von der einen Seite hineinblickt.
- Lithprint
- Ein beliebtes künstlerisches Ausdrucksmittel in der Schwarzweissfotografie ist der Lithprint.
Dabei wird ein normales Schwarzweissnegativ auf ein geeignetes Barytpapier vergrößert.
Lithprint erfordern eine wesentlich größere Lichtmenge als normale Abzüge (bis zu viermal so viel!).
- Für die Entwicklung benötigt man einen speziellen Lithentwickler, der Substanzen enthält, die eine
normale Entwicklung verzögern. Normal sind z.B zwei Minuten Entwicklungszeit, bei Lithprint kann
die Entwicklungszeit auch einmal 30 Minuten betragen.
- Das Ergebnis zeigt extrem kräftige Schatten und eher zarte Lichter. Je nach Papier und/oder Entwickler
lassen sich Farbtöne von gelblich, orange oder rot in den Lichtern und schwarzrot bis braungrün in den
Schatten erzielen. Durch abschließende Tonung kann die Farbe nochmals erheblich geändert werden,
fast alle Farben sind möglich. Das Ergebnis der Mühen ist ein Unikat von teilweise großer Farbigkeit.
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- Mittelformatkamera
- Die Bezeichnung Mittelformat bezieht sich auf die Größe des dabei verwendeten Negativs.
Negativgrößen: 4,5cmx6cm, 6cmx6cm, 6cmx7cm, 6cmx8cm und 6cmx9cm.
Der verwendete Film heißt Rollfilm und hat immer eine Höhe von 6cm. Deshalb kann man einen
Rollfilm für alle gängigen Mittelformatgrößen verwenden.
- Palladiumdruck
- Der Platin/Palladiumdruck wurde im Jahre 1873 in England von WILLIAM WILLIS
entwickelt und als "Neuer fotografischer Druck" noch im gleichen Jahr patentiert.
- Platin/Palladiumdrucke werden im Kontaktkopierverfahren hergestellt und erfordern ein Negativ
im Ausmaß der angestrebten Bildgröße, d.h. ein Palladiumdruck mit den Maßen 30x40cm erfordert ein Negativ
mit den Maßen 30x40cm. Das Papier für den Druck ist i.d.R. ein mittelfest, geleimtes Aquarellpapier
(Baumwollpapier!) welches man selbst mit der Palladiumlösung beschichten und trocknen muß.
- Belichtet wird entweder mit direktem Sonnenlicht oder einem kräftigen UV-Strahler, z.B. Gesichtsbräuner.
Dann wird entwickelt, geklärt, gewässert und getrocknet.
Das Ergebnis ist ein Druck von praktisch unbegrenzter Haltbarkeit.
- Ohne umfangreiche Kenntnisse auf dem Gebiet der Negativ- und Positivtechnik sollte man die Finger davon
lassen, da das Verfahren kompliziert und die benötigten Materialien außerordentlich teuer sind.
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- PE-Papier
- Plastikpapier. Wurde 1971 auf den Markt gebracht.
- Es ist beidseitig mit einer dünnen Polyethylenfolie beschichtet, die verhindert, daß beim Entwicklungsprozeß
Chemikalien oder Wasser in das Rohpapier eindringen. Die Wässerungs-und Trocknungszeiten wurden
dadurch drastisch verkürzt. Bei PE-Papier können Probleme mit der Archivfestigkeit auftreten.
- Silbergelatinedruck
- Lichtempfindliche Silbersalze sind die grundlegenden Bestandteile für die Entstehung des klassischen, fotografischen Bildes.
Fotopapier (Barytpapier). Durch Belichtung entsteht ein latentes Bild. Bei der darauffolgenden
Entwicklung werden die Silberpartikel als Schwärzung sichtbar und ergeben in ihrer Gesamtheit
das fotografische Motiv.
- Das Fixierbad entfernt das unbelichtete Silber.
Die Haltbarkeit des Silbergelatinedrucks hängt vom Restgehalt des Fixierbades in der Schicht nach des
Wässerung und der Durchführung stabilisierender Maßnahmen des Bildsilbers
(z.B durch Sistan oder diverse Toner) ab.
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- Sistan
- Sistan macht Bilder resistenter gegen Umwelteinflüsse.
Es eine Rhodanidverbindung die im Bildsilber eingelagert wird und es dadurch stabilisiert.
- Toner
- Goldtoner, Carbontoner und Schwefeltoner machen Bilder resistenter gegen Umwelteinflüsse. Mit Schwefeltoner
wird das Bildsilber in Silbersulfid umgewandelt, oder der Toner wird beim Bildsilber eingelagert und stabilisiert
es dadurch z.B. das Gold vom Goldtoner.
- Infrarotfilm
- Schwarz-Weiß Filme, die im infraroten Bereich mehr oder weniger sensibel sind.
Das sichtbare Licht wird durch Kamerafilter gänzlich oder zum Großteil durch
Rotfilter bzw. Dunkelrot/Schwarzfilter ausgeschaltet.
Typischer Effekt ist ein extrem dunkel abgebildeter Himmel und eine
Weißfärbung der Blätter ( Wood-Effekt ).
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